Trotz mehr Einsätzen: Es war ein ruhiges Jahr für die Feuerwehr Amriswil

19. Januar 2021

Thurgauer Zeitung | 19.01.2021

48-mal rückte die Feuerwehr Amriswil im Jahr 2020 aus, jedoch nie mit der ganzen Truppe – und sparte so viel Geld ein.

Bei einem Heckenbrand setzt die Feuerwehr Amriswil zum ersten Mal das Cobra-Löschsystem ein

Betrachtet man die Anzahl Einsätze, so hatte die Feuerwehr Amriswil ein überdurchschnittliches Jahr mit 48. «In den letzten Jahren lagen wir immer nahe bei 40 oder gar darunter», sagt Kommandant Andreas Bösch. Dennoch spricht er von einem guten Jahr für die Feuerwehr, weil die einzelnen Ereignisse sehr klein waren. Nur wenn ein Ereignis gross genug ist, rückt die ganze Feuerwehr aus. Andreas Bösch sagt:Das gebe es selten.Betrachtet man die Anzahl Einsätze, so hatte die Feuerwehr Amriswil ein überdurchschnittliches Jahr mit 48. «In den letzten Jahren lagen wir immer nahe bei 40 oder gar darunter», sagt Kommandant Andreas Bösch. Dennoch spricht er von einem guten Jahr für die Feuerwehr, weil die einzelnen Ereignisse sehr klein waren. Nur wenn ein Ereignis gross genug ist, rückt die ganze Feuerwehr aus. Andreas Bösch sagt:

«Aber wir haben Feuerwehrleute, die im letzten Jahr kein Aufgebot bekommen haben.»

Das gebe es selten.

Von den 48 Einsätzen waren 13 Alarme einer Brandmeldeanlage (BMA), «wobei wir nicht von Fehlalarm, sondern von Täuschung sprechen», stellt der Kommandant klar. Gerade die neue Migros im Zentrum sei ein gutes Beispiel. Zu Beginn eines Baus seien die Melder oft nicht perfekt platziert. «Ist der Melder in der Nähe eines Dampfgarers, so kann beim Öffnen der Alarm losgehen.» Im Migros-Gebäude habe es rund 1300 Melder, weiss Bösch. Da müsse man nachjustieren. Diese 13 Alarme einer BMA auf dem ganzen Stadtgebiet seien jedoch ein guter Wert, versichert der Kommandant.

Ausbildung in Schweden am Cobra-Löschsystem

Auch die wenigen Mannstunden hätten sich positiv ausgewirkt. Zum einen seien seine Leute weniger belastet worden, zum anderen auch finanziell. «Wir haben massiv weniger Soldkosten, rund einen Drittel weniger als in anderen Jahren», sagt Bösch. Das Geld bleibe jedoch in der Kasse der Feuerwehr, sagt Vizekommandant Adrian Salvisberg:

«Im umgekehrten Fall werden schlechte Jahre auch aus dieser Kasse ausgeglichen.»

Salvisberg erzählt, man habe im letzten Jahr gemerkt, dass die Bewohner meist daheim und aufmerksam blieben. Auch die Feuerwehrleute waren bis Juni im Lockdown. «Dennoch konnten wir die Übungen nachholen und alles machen, was wir auf dem Programm hatten.» Im Herbst seien sogar zwei Personen an einem Kurs in Schweden gewesen, um sich zum Instruktor für das Löschsystem Cobra auszubilden, «damit wir unsere Leute selber schulen können und unabhängiger sind». Die «Cobra» kam im April 2020 zum ersten und bisher einzigen Einsatz in einem Ernstfall, als bei der Bahnunterführung an der Romanshornerstrasse eine Hecke brannte. Wegen dieser Premiere ist es eines der Ereignisse von 2020, das Bösch und Salvisberg in Erinnerung bleibt.

Bilder der ersten Strassenrettung bleiben im Kopf

Ein anderes ist der Verkehrsunfall bei der Kreuzung Moos, wo man zum RAZ abbiegt. Es sei wohl der Einsatz gewesen, der ihre Leute am meisten belastet habe, sind sich die Kaderleute einig. «Wir hatten an diesem 1. November Leute im Einsatz, die zum ersten Mal bei einer Strassenrettung dabei waren», erzählt Kommandant Andreas Bösch. Und obwohl einsatzmässig alles perfekt geklappt hatte, so auch die Rückmeldung der Sanität, vergesse man als Feuerwehrmann diesen ersten Einsatz nie. Bösch erinnert sich selber ebenfalls noch an seine Premiere um die Jahrtausendwende, als ein Auto zwischen dem Weiler Hefenhofen und Dozwil in einen Baum fuhr: «Ich sehe keine Person, aber ich sehe immer noch das Auto und den Baum.»

Die Strassenrettung im Weiler Moos war für einige der Feuerwehrleute der erste Ernsteinsatz.

Wichtig sei, dass man hinterher miteinander spreche und den Einsatz bespreche. Vizekommandant Adrian Salvisberg sagt:

«Wir können unseren Leuten am besten den Druck nehmen, wenn wir ihnen Feedback geben, dass sie es gut gemacht haben.»

Man gebe auch keine Rückmeldung, das und das habe man falsch gemacht – «falsch war es ja nicht, denn wir haben die Situation gelöst» –, sondern dass es auch eine andere, noch einfachere Lösung gegeben hätte.

Von Coronafällen blieb die Feuerwehr Amriswil nicht ganz verschont. Zehn von hundert Feuerwehrleuten seien infiziert gewesen, sagt Bösch, doch das Schutzkonzept habe funktioniert: «Innerhalb der Feuerwehr gab es keine Ansteckung.»