«Die Kinder sind immer sehr interessiert» ‒ Ferien(S)pass organisiert Besuch bei der Feuerwehr

15. Juli 2021

Tagblatt | 16.07.2021

Jedes Jahr organisiert das Ferienpass-Team zahlreiche Kurse. Einer davon ist ein Nachmittag auf dem Stützpunkt der Amriswiler Feuerwehr. Am Donnerstag erhielten die Kinder einen aufregenden Einblick in die Methoden der Brandlöschung. Diese durften sie teilweise sogar selbst ausprobieren.

Offizier Thomas Haag zeigt den Kindern, wie man einen Feuerwehrschlauch benutzt.

Am verregneten Donnerstagnachmittag lud der Feuerwehrstützpunkt Amriswil zum Ferienpass-Kurs. Mit dem Wetter hatte man alles andere als Glück. Trotzdem waren die Angehörigen der Feuerwehr zuversichtlich. «Die Kinder sind immer sehr interessiert, denn im Alltag haben sie nicht viel mit dem Thema zu tun», sagt Offizier Samuel Kradolfer, der seit 16 Jahren bei der Feuerwehr Amriswil aktiv ist.

Besuch bei der Feuerwehr jedes Jahr sehr beliebt

Der Ferienpass Amriswil trumpft dieses Jahr zum dreissigsten Mal mit einem breiten Angebot an Aktivitäten auf. Die diversen Kurse reichen über Goldwaschen bis zum Besuch im Schlangen-Zoo und finden jeden Sommer in der ersten Ferienwoche statt. Das Angebot richtet sich an Schüler der Volksschulgemeinde Amriswil-Hefenhofen-Sommeri.

Der Besuch bei der Feuerwehr ist sehr beliebt unter dem Angebot des Ferienpasses. Auch dieses Jahr hatten sich rund dreissig Kinder aus dem Kindergarten und Primarschule angemeldet. Anfangs wurden die Kinder in drei Gruppen aufgeteilt. Dabei gab es eine reine Mädchengruppe. Für Offizier Kradolfer hat sich dies bezahlt gemacht: «Es hat sich gezeigt, dass die Mädchen am aktivsten sind, wenn sie unter sich sind.» Ihn freue es, wenn sich auch Mädchen verstärkt für die Feuerwehr interessieren. Kradolfers Beobachtungen bestätigten sich auch dieses Jahr. Tatsächlich zeigten sich die Mädchen an vielen Stationen aufmerksamer und neugieriger als die Buben.

Andreas Bösch, Feuerwehrkommandant

Für Feuerwehrkommandant Andreas Bösch ist der Ferienpass jedes Jahr ein spassiger und auch wichtiger Event. Der Nutzen solcher Erlebnisnachmittage für die Feuerwehr sei nicht zu unterschätzen. «Vor zehn bis fünfzehn Jahren traten die ersten Mitglieder in die Feuerwehr ein, die unsere Feuerwehr als Kinder durch den Ferienpass kennen lernten.»

Es geht ans Ausprobieren

An diesem Nachmittag punktete die Amriswiler Feuerwehr bei den Kindern mit kreativen Posten. In der Garderobe zeigte Bösch den Mädchen und Buben die Löschanzüge. Diese durften die Kinder auch anprobieren und waren sichtlich überrascht, wie schwer diese sind. Anschliessend testete er mit ihnen die Wärmebildkamera, welche zur Branderkennung essenziell ist. Mit ihren Händen zeichneten die Kinder auf die Betonwand eine Zahl, die danach von der Kamera erkannt wurde, und schliesslich durften die Kinder mit einem alten Feuerwehrauto mitfahren.

Der Oldtimer der Feuerwehr stammt noch aus den 50er-Jahren.

Ein weiteres Highlight war das Hantieren mit dem Feuerwehrschlauch. Die Feuerwehrmänner Thomas Haag und Samuel Kradolfer zeigten den Kindern, wie man den Schlauch richtig hält und einsetzt. Ihre neu erworbenen Kenntnisse durften die Schülerinnen und Schüler direkt anwenden. Mit dem Wasserstrahl trieben sie in zwei Gruppen je einen Fussball in Richtung zweier Pylonen, die als Tor galten.

Hier ist Geschicklichkeit gefragt: Die Kinder müssen den Ball mit dem Wasserstrahl ins Tor befördern.

Mit dem Hubretter 25 Meter hinauf

Die Kinder waren begeistert. «Der Nachmittag war cool und spannend», meinte Louis (9) aus Amriswil. «Wenn ich gross bin, möchte ich auf jeden Fall einmal zur Feuerwehr.» Auch sonst kam der Ferienpass-Kurs durchweg gut an. Vor allem die Fahrt mit dem Feuerwehr-Oldtimer hoben die jungen Kursteilnehmer besonders positiv hervor.

Mit dem Hubretter ging's 25 Meter hinauf.

Zum Schluss ging es mit dem Hubretter hoch hinauf. Dieser ist für Einsätze vorgesehen, bei denen Menschen aus hohen Gebäuden gerettet werden. Entsprechend gesichert fuhren die Kinder der Reihe nach in die Höhe. Die 25 Meter über dem Boden schreckten dabei so gut wie niemanden ab.