Die Feuerwehr nimmt wieder Nachwuchs auf

28. September 2020

Ob Unfall, Brand oder Hochwasser: In der Not ist die Stützpunktfeuerwehr Amriswil stets zur Stelle. Anfang Jahr besteht die Chance, der Feuerwehr beizutreten.

Wer wird neue Angehörige und neuer Angehöriger der Amriswiler Feuerwehr? In der Regel gibt es jährlich zwischen fünf und acht Neuzugänge. (Bild: Archiv/seh)

Nachwuchsprobleme kennt die Stützpunktfeuerwehr Amriswil im Gegensatz zu anderen Feuerwehren schon lange nicht mehr, sagt Kommandant Andreas Bösch. In der Regel sind es zwischen fünf und acht natürliche Abgänge – altersbedingt oder durch Wegzug – die Ende Jahr jeweils kompensiert werden müssen. «Das gelingt uns immer», sagt Bösch, «aber trotzdem möchten wir Interessierte darauf hinweisen, dass jetzt der ideale Zeitpunkt wäre, sich zu bewerben». Denn neue Mitglieder nimmt die Feuerwehr nur Anfang Jahr auf. Dies, weil zumindest Einsteiger ohne bisherige Feuerwehrerfahrung im März einen Einführungskurs absolvieren müssen, der sie in den Basics schult. 

Bewerben kann sich mittels Formular jede und jeder, die oder der den 18. Geburtstag erreicht hat und der deutschen Sprache mächtig ist. Gesucht werden aber nicht nur Mitglieder, die im Lösch- und Rettungsdienst  mitanpacken, sondern auch solche, die sich in der Sanität, im Verkehrsdienst und in der Führungsunterstützung engagieren möchten.

Auf einen klassischen Infoabend verzichtet die Feuerwehr derweil. Wer sich mit dem Personalblatt, das auf der Website heruntergeladen werden kann, bewirbt, wird direkt zu einem persönlichen Gespräch eingeladen. Der Zeitaufwand sei zwar grösser, doch sowohl die Feuerwehr als auch der Bewerber oder die Bewerberin können durch ein individuelles Gespräch sofort herausfinden, wo die Interessen liegen. Vorkenntnisse sind hierfür in keinem Bereich nötig.

Gute Bedingungen für Frauen
Gesucht werden sowohl Frauen als auch Männer, wobei Kommandant Bösch betont, dass explizit für Frauen gute Bedingungen geboten würden. «Am liebsten hätten wir übrigens Mütter, die nicht berufstätig sind.» Diese Frauen seien über die Tageszeiten vermutlich am besten verfügbar. Das ist bei der Feuerwehr extrem gesucht, zumal berufstätige Feuerwehrleute nicht alle in Amriswil arbeiten und demnach für gewisse Einsätze nicht in Frage kommen. «Wir überlegen uns sogar, intern einen Kinderhort einzurichten– ein Angebot ehemaliger Feuerwehrfrauen für die Betreuung gibt es bereits und die Räume stünden uns glücklicherweise ebenfalls zur Verfügung.»

Ohnehin sei die grosszügige Infrastruktur am neuen Feuerwehrstützpunkt an der Kreuzlingerstrasse 28 von grossem Vorteil, weiss Bösch. «Wir sind eine der bestausgerüsteten Feuerwehren im Kanton. Auch dank dieser Ausstrahlung ist die Rekrutierung zum Selbstläufer geworden.» Allein nach der Einweihung im September 2016 hätten sich extrem viele junge Amriswiler für den Dienst angemeldet. Ausstrahlen würde das moderne, gut ausgerüstete Gebäude jeweils auch an der Jungbürgerfeier. Immer wieder melden sich gemäss Bösch kurz nach der Stützpunkt-Besichtigung Anwärter.

Ein finanzielles Zückerli
Wer mit dem Gedanken spielt, der Feuerwehr beizutreten, tut das bestimmt nicht aus finanziellen Gründen. Dennoch sei an dieser Stelle erwähnt, dass für die geleistete Arbeit ein kleines Sackgeld herausspringt. Einerseits muss keine Feuerwehr-Ersatzabgabe mehr bezahlt werden, die sich zwischen 20 und 52 Jahren je nach Lohn auf 50 bis 500 Franken jährlich beläuft. Andererseits gibt es einen Stundenlohn, der während der Übungen 20 und während der Einsätze 30 Franken beträgt. 

Was den Aufwand angeht, so sind es nach der dreitägigen Grundausbildung jeweils zwölf Übungen pro Jahr: acht Zugübungen und vier Atemschutzübungen, davon eine an einem Samstag. Der Verkehrsdienst und die Sanität nehmen nur an acht Übungen teil. «Natürlich gibt es zusätzlich für alle ein sehr breites Weiterbildungsangebot», sagt Bösch. 
Schwieriger einzuschätzen sind die Anzahl Einsätze. In der Regel seien es drei bis fünf im ersten Jahr, wobei es durchaus wieder ein Jahr mit bis zu zehn Einsätzen geben kann. «Stundenmässig üben wir meist doppelt so viel, als dass wir mit Ernstfällen beschäftigt sind», sagt Bösch. (seh) 


Interesse an der Feuerwehr?
Hier kann man das Bewerbungsformular herunterladen. Von der momentanen Covid-19-Situation muss man sich ausserdem nicht verunsichern lassen: Die Feuerwehr setzt sowohl während der Übungen als auch während der Einsätze ein Schutzkonzept um.