Bereit für den Einsatz!

Am dreitätigen Kurs sind 31 Personen über die Grundkenntnisse der Feuerwehrarbeit instruiert worden. Ausbildungsabschluss bildete eine Einsatzübung, an der die Neulinge das Erlernte erstmals unter Beweis stellen konnten.



Thurgauer Zeitung | Yvonne Aldrovandi-Schläpfer


Feueralarm – es brennt! Aus dem Hinterhof beim Restaurant steigt eine dunkle Rauchwolke auf. Mit heulender Sirene und blinkendem Blaulicht fährt das Tanklöschfahrzeug vor. Die Einsatzleitung, das Atemschutzfahrzeug und weitere Feuerwehrautos treffen im Minutentakt ein. Rasch herrscht auf dem Vorplatz reges Treiben, die Feuerwehrleute haben alle Hände voll zu tun. Oberste Priorität haben die beiden Personen, die sich offenbar noch im Haus befinden.


Die Schaulustigen, die inzwischen herbeieilen, zücken ihre Handys und fotografieren das Geschehen. Glücklicherweise handelt es sich bei diesem Szenario lediglich um eine Übung – den Ausbildungsabschluss eines Feuerwehrgrundkurses.


Während dreier Tage haben insgesamt 31 Angehörige der Feuerwehren Amriswil, Hefenhofen-Sommeri, Langrickenbach und der Betriebsfeuerwehr Amcor Flexibles Kreuzlingen AG den Feuerwehrgrundkurs besucht. Die 24 Männer und sieben Frauen wurden in den Themen Lösch- und Rettungsdienst, Atemschutz und Stabsarbeit ausgebildet. Der Ausbildungsabschluss bildete eine gemeinsame Einsatzübung beim Restaurant Bahnhof in Oberaach am Samstagnachmittag. Dabei konnte das Erlernte erstmals unter Beweis gestellt und die Abläufe für den Ernstfall geprobt werden.


Aufregung und Anspannung waren zu spüren

Stefanie Fässler hatte die Einsatzübung protokolliert. «Ich habe heute zum ersten Mal ein Journal für die Feuerwehr geschrieben», sagte die Amriswilerin. Obwohl es nur eine Übung war, seien Aufregung und Anspannung unter den Teilnehmern zu spüren gewesen. Wegen des Lärms der Fahrzeuge sei es gar nicht so einfach gewesen, alle Anweisungen zu verstehen, die schriftlich festgehalten werden mussten. «Ich denke aber, dass mein Journal nicht schlecht ausgefallen ist», meinte die 26-jährige Kauffrau.


Stefanie Fässler freut sich darauf, in Zukunft für den Feuerwehr-Stützpunkt Amriswil die Journale zu führen. Bis sie jedoch alleine als Führungsunterstützung auf dem Einsatzplatz stehen darf, werde es aber schon noch ein bisschen dauern – doch der Grundstock sei jetzt gelegt.

Simon Wiesli hofft, dass er demnächst als Atemschutzgeräteträger beim Feuerwehr-Stützpunkt Amriswil eingeteilt wird. Seine Aufgabe würde es dann künftig sein, Brände zu löschen mit aufgesetztem Atemschutzgerät. Dieses Gerät soll bei Einsätzen verhindern, dass reizende oder gar giftige Stoffe in die Augen oder Atemwege gelangen.


Der dreitägige Feuerwehr-Grundkurs sei sehr interessant gewesen, betonte der 28-jährige Bauingenieur aus Amriswil. Für die Einteilung im Atemschutz sei noch ein ärztliches Zeugnis mit Tauglichkeitsnachweis nötig. «Aber ich fühle mich fit», erzählte der junge Feuerwehrmann. Vor dem, was nachher bei der Feuerwehr kommt, habe er zwar Respekt, aber er freue sich auf diese Herausforderung.


Drei intensive und spannende Kurstage

Adrian Salvisberg, Vizekommandant Feuerwehr-Stützpunkt Amriswil sowie Ausbildungschef, zeigte sich sehr zufrieden: «Es waren drei intensive und spannende Kurstage. Die Teilnehmer haben die Ausbildner gefordert und mit grosser Motivation an den Lektionen mitgearbeitet.

Sämtliche Kursteilnehmer sind für die Alarmierung ab sofort aufgeschaltet und können nun bei einem möglichen Einsatz mithelfen.» Der Grundkurs sei in dieser Form zum zweiten Mal durchgeführt worden. Denn, bis vor zwei Jahren dauerte er nur einen Tag. Erstmals sei auch die Grundausbildung für Maschinisten und die neu ausgebildeten Offiziere am letzten Kurstag integriert worden. Der Grundkurs sei fixer Bestandteil der Ausbildungsplanung und finde jedes Jahr vor dem zweiten Märzwochenende statt. Die Ausbildung werde mit schweizerischen Feuerwehrinstruktoren durchgeführt, erklärte Ausbildungschef Adrian Salvisberg.