Adrenalinschub fast wie im echten Einsatz

21. August 2021

Tagblatt | 23.08.2021

Die Jungfeuerwehren versetzten am Samstag den Boulevard in einen Ausnahmezustand. An acht Posten demonstrierten sie ihr Können.

Die Nerven liegen blank beim Schweizer Parcours, einem von sieben weiteren, die am Kreuzlinger Boulevard und in der Umgebung des Dreispitzes aufgebaut sind. Zunächst muss das Team auf einer Art Ski für mehrere Personen zu einem Turm laufen. Dort die Leitern sichern und hinaufsteigen. Auf dem etwa zehn Meter hohen Gerüst gilt es nun, eine Person abzuseilen. Weiter geht es zum Wasserschiessen, wo auf eine kleine Öffnung gezielt werden muss, bis die Lampe leuchtet. Davor werden noch die Feuerwehrschläuche korrekt an die Wasserquelle angeschlossen. Das siebenköpfige Team arbeitet auf Zeit. Es wird geflucht, wenn etwas nicht gleich klappt, angefeuert, aber auch gerügt, wenn im Stress der Schlauch nicht ordentlich zusammengelegt wurde – schliesslich muss die Ausrüstung für den nächsten Einsatz bereit liegen.

Unter dem Motto: Ein Mann ist kein Mann

Am Wettbewerb in Kreuzlingen nahmen elf Mannschaften teil, zehn aus dem Thurgau und eine Gastmannschaft aus dem deutschen Gailingen. «Wir haben vor zwei Jahren eine Einladung aus Diessenhofen bekommen und dort den Gästepokal gewonnen», sagt Yukio Shima, Gruppenführer des Gailinger Teams. Den wollen sie nun verteidigen.

Bei der Jugendfeuerwehr Kreuzlingen machen Mädchen und Jungen zwischen 10 und 18 Jahren am Wettbewerb mit. Bettina Baffy ist hier Ausbildnerin. Was die Frauenquote bei der Jungfeuerwehr betreffe, holten die Mädchen stark auf. «Das können wir. Schliesslich geht es bei der Feuerwehr in erster Linie um Teamwork.» Den Slogan «ein Mann ist kein Mann», den kennt jeder. Yukio Shima und Bettina Baffy sind sich einig: In der Feuerwehr zu sein, ist wie eine zweite Familie zu haben.

«Wir helfen einander, auch privat.»

An einem anderen Parcours geht es nicht um Zeit, sondern Präzision: «Wir üben, ein umgestürztes Fahrzeug zu sichern», erklärt Roland Ritter von der Jugendfeuerwehr Kreuzlingen.

Nachwuchs durch Ferienpassangebote

Den Nachwuchs rekrutieren die Feuerwehren oft über Ferienpassangebote. «Damit holen wir die Kinder ab. In der Pubertät gibt es oft mal ein kurzes Schwächeln, doch die meisten bleiben und sind mit Herzblut dabei», sagt Baffy. Bei der Jugendfeuerwehr Kreuzlingen absolvieren sie so die Grundausbildung.Jennifer Keller vom Team Frauenfeld kam ebenfalls über den Ferienpass dazu. Sie habe seit 2016 jedes Jahr mitgemacht, bis sie sich mit zwölf Jahren angemeldet habe.

«Es macht mir wahnsinnig viel Spass, es ist immer was los.»

Der Wettkampf sei der Höhepunkt des Jahres.